KERN + PETERS Rechtsanwälte Logo
+49 (0) 89 970 07 414

Bekomme ich Abfindung? Wie viel bekomme ich?

Viele glauben, dass eine Abfindung bei Kündigung garantiert ist. Dem ist leider nicht so. Nur wenn eine Abfindung bereits im Arbeitsvertrag festgelegt ist, kann man davon ausgehen, bei Kündigung auch eine zu bekommen.

Eine Abfindung ist gesetzlich nicht garantiert. Deswegen können Sie nicht unbedingt davon ausgehen, bei Kündigung eine zu erhalten. Auch bei der Kündigungsschutzklage ist das Ziel nicht die Abfindung, sondern die Beibehaltung der Arbeitsstelle.

Arbeitgeber versuchen jedoch, einer Klage immer aus dem Weg zu gehen. An dieser Stelle kann Ihr Anwalt oft mit der Verhandlung ansetzen und sich auf die Zahlung einer Abfindung mit dem Arbeitgeber einigen.

Außergerichtlich kann der Anwalt für Sie einen Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag aushandeln. Das Ziel dieser Verhandlungen ist in diesem Falle nicht die Beibehaltung der Arbeitsstelle, sondern die Zusicherung einer Abfindung.

Sollte der Arbeitgeber grundsätzlich bei einer außergerichtlichen Verhandlung nicht einlenken, bleibt immer noch die Kündigungsschutzklage. So kann Ihnen vor Gericht während der Verhandlung der Arbeitgeber anbieten, eine Abfindung zu zahlen, falls Sie die Klage fallen lassen. Hier gehen Sie dann einen Vergleich mit ihm ein.

Es gibt auch Fälle, bei denen die Abfindung mit der Kündigung bereits vorgesehen ist. 

Einer davon ist der Eintrag im Arbeits- oder Tarifvertrag. In diesem Fall kann man bei einer betriebsbedingten Kündigung von einer Abfindungszahlung ausgehen. Bei anderen Kündigungsgründen muss dies zuerst vom Anwalt geprüft werden.

Wenn es betriebsbedingt dazu kommt, dass aufgrund von Sparmaßnahmen mehrere Arbeitnehmer gekündigt werden, handelt der Betriebsrat mit dem Arbeitgeber meist einen Sozialplan aus. Mit dem Sozialplan geht auch meist eine Abfindung einher.

Es kann auch sein, dass der Arbeitgeber Ihnen gleich zur betriebsbedingten Kündigung eine Abfindung anbietet, wenn Sie auf eine Klage gegen die Kündigung verzichten (§ 1a KSchG).

Egal, welcher Fall bei Ihnen Gültigkeit hätte, die Arbeitgeber selbst sind meist nicht bereit, eine einmalige Zahlung als Entschädigung für den Arbeitsverlust zu gewährleisten. Deswegen empfiehlt es sich auf jeden Fall, einen Anwalt zu Rate zu ziehen, der Sie bei der Ausverhandlung einer Abfindung mit seinem Fachwissen unterstützt.

Die Höhe der Abfindung ist nicht festgelegt. Es gibt jedoch die Richtlinie, dass 0,5 des Gehaltes mit den Arbeitsjahren multipliziert wird. Es kann aber durchaus sein, dass auch eine höhere Abfindung ausverhandelt werden kann. Oft bieten Arbeitgeber von sich aus einen niedrigeren Betrag an, als einem nach dieser Richtlinie zusteht.

Bedenken Sie auch, dass eine Abfindung versteuert werden muss. Dafür müssen Sie die Fünftelregelung beantragen, d.h. es wird ein niedrigerer Steuersatz angewendet, vorausgesetzt, Sie erhalten die Abfindung innerhalb einem Jahr.

Bilderquellennachweis: © tatsianama | PantherMedia

Diesen Artikel teilen:
info@kern-peters.de
+49 0 89  970 07 414
Standorte
Copyright © 2022 Kern Peters
cross-circle